Verordnung über die Berufsausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer/zur Maschinen- und Anlagenführerin

Abkürzung
MaschFüAusbV
Aktualisiert am 3. Januar 2026

Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes

Der Ausbildungsberuf Maschinen- und Anlagenführer/Maschinen- und Anlagenführerin wird staatlich anerkannt.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

Zielsetzung der Berufsausbildung

Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen bezogen auf Arbeits- und Geschäftsprozesse vermittelt werden. Sie sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren sowie das Handeln im betrieblichen Gesamtzusammenhang einschließt. Die in Satz 2 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 und 9 nachzuweisen.

Ausbildungsberufsbild

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:
  • 1.
    • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
  • 2.
    • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
  • 3.
    • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
  • 4.
    • Umweltschutz,
  • 5.
    • Zuordnen und Handhaben von Werk-, Betriebs- und Hilfsstoffen,
  • 6.
    • Betriebliche und technische Kommunikation,
  • 7.
    • Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen,
  • 8.
    • Prüfen,
  • 9.
    • Branchenspezifische Fertigungstechniken,
  • 10.
    • Steuerungs- und Regelungstechnik,
  • 11.
    • Einrichten und Bedienen von Produktionsanlagen,
  • 12.
    • Steuern des Materialflusses,
  • 13.
    • Warten und Inspizieren von Maschinen und Anlagen,
  • 14.
    • Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen.

Ausbildungsrahmenplan

Die in § 4 genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen unter Berücksichtigung der Schwerpunkte Metall- und Kunststofftechnik, Textiltechnik, Textilveredelung, Lebensmitteltechnik, Druckweiter- und Papierverarbeitung nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhaltes ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.

Ausbildungsplan

Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.

Berichtsheft

Die Auszubildenden haben ein Berichtsheft in Form eines Ausbildungsnachweises zu führen. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, das Berichtsheft während der Ausbildungszeit zu führen. Die Ausbildenden haben das Berichtsheft regelmäßig durchzusehen.

Zwischenprüfung

(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Der Prüfling soll in insgesamt höchstens drei Stunden eine praktische Aufgabe durchführen sowie in insgesamt höchstens 60 Minuten Aufgaben, die im Zusammenhang mit der praktischen Aufgabe stehen, schriftlich bearbeiten. Hierfür kommt schwerpunktorientiert insbesondere in Betracht:
  • 1.
    • Positionieren von Maschinenelementen,
  • 2.
    • Vorbereiten von Maschinen und Anlagen für die Produktion oder
  • 3.
    • Einstellen und Kontrollieren von Maschinen- und Anlagenelementen sowie Zusatzeinrichtungen.

Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in höchstens sieben Stunden bis zu zwei praktische Aufgaben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
  • 1.
    • Einrichten, in Betrieb nehmen und Bedienen einer Maschine oder Anlage,
  • 2.
    • Umrüsten, in Betrieb nehmen und Bedienen einer Maschine oder Anlage oder
  • 3.
    • Durchführen einer vorbeugenden Instandsetzung einschließlich der Inbetriebnahme.
(3) Der schriftliche Teil der Prüfung umfasst die Prüfungsbereiche:
  • 1.
    • Produktionstechnik,
  • 2.
    • Produktionsplanung sowie
  • 3.
    • Wirtschafts- und Sozialkunde.
(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:
  • 1.im Prüfungsbereich Produktionstechnik120 Minuten,
    2.im Prüfungsbereich Produktionsplanung60 Minuten,
    3.im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde60 Minuten.
(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.
(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:
  • 1.Produktionstechnik50 Prozent,
    2.Produktionsplanung30 Prozent,
    3.Wirtschafts- und Sozialkunde20 Prozent.
(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn
  • 1.
    • im praktischen Prüfungsteil und
  • 2.
    • im schriftlichen Prüfungsteil

Anrechnungsregelung

(1) Die erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer/zur Maschinen- und Anlagenführerin kann nach den Vorschriften des dritten und vierten Ausbildungsjahres im
  • 1.
    • Schwerpunkt Metalltechnik/Kunststofftechnik in einem der Ausbildungsberufe
    • Kunststoff- und Kautschuktechnologe/Kunststoff- und Kautschuktechnologin,
    • Feinwerkmechaniker/Feinwerkmechanikerin,
    • Fertigungsmechaniker/Fertigungsmechanikerin,
    • Industriemechaniker/Industriemechanikerin,
    • Werkzeugmechaniker/Werkzeugmechanikerin,
    • Zerspanungsmechaniker/Zerspanungsmechanikerin;
  • 2.
    • Schwerpunkt Textiltechnik in dem Ausbildungsberuf
    • Produktionsmechaniker-Textil/Produktionsmechanikerin-Textil;
  • 3.
    • Schwerpunkt Textilveredelung in dem Ausbildungsberuf
    • Produktveredler-Textil/Produktveredlerin-Textil;
  • 4.
    • Schwerpunkt Lebensmitteltechnik in einem der Ausbildungsberufe
    • Fachkraft für Lebensmitteltechnik,
    • Fachkraft für Fruchtsafttechnik,
    • Brauer und Mälzer/Brauerin und Mälzerin;
  • 5.
    • Schwerpunkt Druckweiter- und Papierverarbeitung in einem der Ausbildungsberufe
    • Buchbinder/Buchbinderin, Fachrichtung Buchfertigung (Serie) und Druckweiterverarbeitung (Serie),
    • Verpackungsmittelmechaniker/Verpackungsmittelmechanikerin
(2) Berufsausbildungsverhältnisse im Schwerpunkt Lebensmitteltechnik, die bis zum 8. April 2006 begründet worden sind, können im Ausbildungsberuf Molkereifachmann/Molkereifachfrau nach den Vorschriften des dritten Ausbildungsjahres fortgesetzt werden.
(3) Die in der Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Maschinen- und Anlagenführer/Maschinen- und Anlagenführerin erzielten Leistungen werden bei der Fortsetzung der Berufsausbildung zum Feinwerkmechaniker/zur Feinwerkmechanikerin, zum Industriemechaniker/zur Industriemechanikerin, zum Werkzeugmechaniker/zur Werkzeugmechanikerin oder zum Zerspanungsmechaniker/zur Zerspanungsmechanikerin als Teil 1 der Abschlussprüfung entsprechend der Verordnung über die Berufsausbildung zum Feinwerkmechaniker/zur Feinwerkmechanikerin vom 2. Juli 2002 (BGBl. I S. 2481) oder der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen vom 23. Juli 2007 (BGBl. I S. 1599) in das Gesamtergebnis einbezogen.

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. August 2004 in Kraft.