Verordnung über die Berufsausbildung zum Floristen und zur Floristin

Abkürzung
FloristAusbV
Aktualisiert am 3. Januar 2026

Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes

Der Ausbildungsberuf mit der Berufsbezeichnung des Floristen und der Floristin wird nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.

Dauer der Berufsausbildung

Die Berufsausbildung dauert drei Jahre.

Gegenstand der Berufsausbildung und Ausbildungsrahmenplan

(1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage) genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(2) Von der Organisation der Berufsausbildung, wie sie im Ausbildungsrahmenplan vorgegeben ist, darf von den Ausbildenden abgewichen werden, wenn und soweit betriebspraktische Besonderheiten oder Gründe, die in der Person des oder der Auszubildenden liegen, die Abweichung erfordern.
(3) Die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen von den Ausbildenden so vermittelt werden, dass die Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit nach § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes erlangen. Die berufliche Handlungsfähigkeit schließt insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren bei der Ausübung der beruflichen Aufgaben ein.

Struktur der Berufsausbildung und Ausbildungsberufsbild

(1) Die Berufsausbildung gliedert sich in:
  • 1.
    • berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie
  • 2.
    • integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(2) Die Berufsbildpositionen der berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:
  • 1.
    • Pflanzenschmuck und Blumenschmuck anlassbezogen gestalten,
  • 2.
    • Pflanzen pflegen und Pflanzenteile versorgen sowie Maßnahmen zum Pflanzenschutz ergreifen,
  • 3.
    • Kunden und Kundinnen serviceorientiert beraten,
  • 4.
    • Kalkulationen durchführen sowie Produkte und Dienstleistungen verkaufen,
  • 5.
    • Marketingmaßnahmen planen und umsetzen,
  • 6.
    • Waren präsentieren,
  • 7.
    • Waren beschaffen,
  • 8.
    • Waren annehmen und lagern sowie Warenbestände überwachen,
  • 9.
    • Arbeitsabläufe planen, steuern und optimieren,
  • 10.
    • Werkstoffe und Betriebsmittel bereitstellen sowie
  • 11.
    • Geschäftserfolg auf Grundlage kaufmännischer Steuerung und Kontrolle sicherstellen.
(3) Die Berufsbildpositionen der integrativ zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:
  • 1.
    • Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht,
  • 2.
    • Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,
  • 3.
    • Umweltschutz und Nachhaltigkeit und
  • 4.
    • digitalisierte Arbeitswelt.

Ausbildungsplan

Die Ausbildenden haben spätestens zu Beginn der Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans für jeden Auszubildenden und für jede Auszubildende einen Ausbildungsplan zu erstellen.

Aufteilung in zwei Teile und Zeitpunkt

(1) Die Abschlussprüfung besteht aus den Teilen 1 und 2.
(2) Teil 1 soll im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden.
(3) Teil 2 findet am Ende der Berufsausbildung statt.
(4) Den jeweiligen Zeitpunkt legt die zuständige Stelle fest.

Inhalt des Teiles 1

Teil 1 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf
  • 1.
    • die im Ausbildungsrahmenplan für die ersten 18 Monate genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie
  • 2.
    • den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.

Prüfungsbereich des Teiles 1

(1) Teil 1 der Abschlussprüfung findet im Prüfungsbereich „Herstellen floraler Werkstücke“ statt.
(2) Im Prüfungsbereich „Herstellen floraler Werkstücke“ besteht die Prüfung aus zwei Teilen.
(3) Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  • 1.
    • Arbeitsschritte zu planen,
  • 2.
    • Arbeitstechniken auszuwählen,
  • 3.
    • Arbeitsplätze einzurichten,
  • 4.
    • Sträuße zu binden,
  • 5.
    • Anstecker herzustellen,
  • 6.
    • Kranzkörper zu binden,
  • 7.
    • Pflanzungen anzufertigen,
  • 8.
    • Arbeitsergebnisse zu kontrollieren sowie
  • 9.
    • Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit umzusetzen.
(4) Im zweiten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  • 1.
    • die Pflege von Pflanzen zu erläutern,
  • 2.
    • die Versorgung von Pflanzenteilen zu erläutern sowie
  • 3.
    • wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(5) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind die Bewertungen wie folgt zu gewichten:
  • 1.
    • die Bewertung für den ersten Teil mit 70 Prozent sowie
  • 2.
    • die Bewertung für den zweiten Teil mit 30 Prozent.

Inhalt des Teiles 2

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf
  • 1.
    • die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie
  • 2.
    • den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.
(2) In Teil 2 der Abschlussprüfung sollen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die bereits Gegenstand von Teil 1 der Abschlussprüfung waren, nur insoweit einbezogen werden, als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit erforderlich ist.

Prüfungsbereiche des Teiles 2

Teil 2 der Abschlussprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:
  • 1.
    • „Entwerfen und Umsetzen floraler Projekte“,
  • 2.
    • „Angewandte Technologie“,
  • 3.
    • „Warenwirtschaft“ sowie
  • 4.
    • „Wirtschafts- und Sozialkunde“.

Prüfungsbereich „Entwerfen und Umsetzen floraler Projekte“

(1) Im Prüfungsbereich „Entwerfen und Umsetzen floraler Projekte“ besteht die Prüfung aus zwei Teilen.
(2) Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  • 1.
    • Arbeitsaufträge zu prüfen,
  • 2.
    • Entwürfe für florale Projekte anlassbezogen anzufertigen,
  • 3.
    • Werkstofflisten zu erstellen,
  • 4.
    • Arbeitsprozesse unter Berücksichtigung des Einsatzes von Werkzeugen und Maschinen zu planen,
  • 5.
    • Mengen und Preise zu kalkulieren,
  • 6.
    • Entwürfe zu präsentieren und deren Umsetzung abzustimmen,
  • 7.
    • Arbeitsergebnisse zu bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen,
  • 8.
    • Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu berücksichtigen sowie
  • 9.
    • wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(3) Der Prüfling hat eine Arbeitsaufgabe durchzuführen. Die Arbeitsaufgabe beinhaltet die Planung für einen Gesamtentwurf eines floralen Projektes. Das florale Projekt besteht aus einem Kernstück und zwei Begleitstücken. Das Kernstück und die Begleitstücke müssen mindestens ein gebundenes Werkstück und eine Gefäßfüllung beinhalten. Für das Kernstück ist eine Werkstoffliste und eine Kalkulation anzufertigen. Die Durchführung der Arbeitsaufgabe hat der Prüfling dem Prüfungsausschuss in einer Präsentation darzustellen. Ausgehend von der Arbeitsaufgabe und der Präsentation wird mit dem Prüfling ein auftragsbezogenes Fachgespräch geführt.
(4) Die Prüfungszeit für die Arbeitsaufgabe, für die Präsentation und für das auftragsbezogene Fachgespräch beträgt insgesamt 150 Minuten. Die Prüfungszeit für die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt 120 Minuten. Die Prüfungszeit für die Durchführung der Präsentation und für das auftragsbezogene Fachgespräch beträgt insgesamt 30 Minuten. Die Durchführung der Präsentation soll eine Dauer von 15 Minuten nicht überschreiten.
(5) Im zweiten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  • 1.
    • Arbeitsplätze einzurichten,
  • 2.
    • ein Kernstück und zwei Begleitstücke für ein florales Projekt unter Berücksichtigung von Gestaltungselementen anzufertigen sowie
  • 3.
    • Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit umzusetzen.
(6) Der Prüfling hat auf der Grundlage der Arbeitsaufgabe aus Absatz 3 drei Prüfungsstücke nach Absatz 5 Nummer 2 anzufertigen.
(7) Die Prüfungszeit beträgt 210 Minuten.
(8) Für den Nachweis nach den Absätzen 2 und 5 ist eine der folgenden Tätigkeiten zugrunde zu legen:
  • 1.
    • Herstellen von Tischfloristik,
  • 2.
    • Herstellen von Hochzeitsfloristik,
  • 3.
    • Herstellen von Trauerfloristik oder
  • 4.
    • Herstellen von Raumfloristik.
(9) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind die Bewertungen wie folgt zu gewichten:
  • 1.
    • die Bewertung für den ersten Teil mit 30 Prozent sowie
  • 2.
    • die Bewertung für den zweiten Teil mit 70 Prozent.

Prüfungsbereich „Angewandte Technologie“

(1) Im Prüfungsbereich „Angewandte Technologie“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  • 1.
    • den anlassbezogenen Einsatz von Gestaltungselementen zu beschreiben,
  • 2.
    • die Auswahl und Vorbereitung von floralen und nonfloralen Werkstoffen sowie technische Hilfsmitteln zur Herstellung floraler Werkstücke nach technischen und gestalterischen Kriterien darzustellen,
  • 3.
    • Schadbilder an Pflanzen und Pflanzenteilen sowie deren Ursachen zu erkennen sowie die Anwendung, Lagerung und Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln zu erläutern,
  • 4.
    • die Umsetzung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit darzustellen sowie
  • 5.
    • wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

Prüfungsbereich „Warenwirtschaft“

(1) Im Prüfungsbereich „Warenwirtschaft“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  • 1.
    • das Vorgehen zur Beschaffung von Waren zu beschreiben,
  • 2.
    • die Annahme und Kontrolle von Waren zu erläutern,
  • 3.
    • die werterhaltende Lagerung von Waren zu erläutern,
  • 4.
    • Marketingmaßnahmen anlassbezogen auszuwählen und deren Umsetzung zu beschreiben,
  • 5.
    • die Präsentation von Waren darzustellen,
  • 6.
    • den Verkauf von Waren unter Nutzung von Zahlungssystemen und Kassensystemen zu erklären,
  • 7.
    • die Umsetzung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit darzustellen sowie
  • 8.
    • wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“

(1) Im Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung

(1) Die Bewertungen der einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:
  • „Herstellen floraler Werkstücke“mit 20 Prozent,
  • „Entwerfen und Umsetzen floraler Projekte“mit 40 Prozent,
  • „Angewandte Technologie“mit 15 Prozent,
  • „Warenwirtschaft“mit 15 Prozent
  • „Wirtschafts- und Sozialkunde“mit 10 Prozent.
  • 1.
    • SPLIT UMBAU : [Text: „Herstellen floraler Werkstücke“ ][Element: ][Text: mit 20 Prozent,]
      • „Herstellen floraler Werkstücke“mit 20 Prozent,
  • 2.
    • SPLIT UMBAU : [Text: „Entwerfen und Umsetzen floraler Projekte“ ][Element: ][Text: mit 40 Prozent,]
      • „Entwerfen und Umsetzen floraler Projekte“mit 40 Prozent,
  • 3.
    • SPLIT UMBAU : [Text: „Angewandte Technologie“][Element: ][Text: mit 15 Prozent,]
      • „Angewandte Technologie“mit 15 Prozent,
  • 4.
    • SPLIT UMBAU : [Text: „Warenwirtschaft“ ][Element: ][Text: mit 15 Prozent]
      • „Warenwirtschaft“mit 15 Prozent
    • sowie
  • 5.
    • SPLIT UMBAU : [Text: „Wirtschafts- und Sozialkunde“ ][Element: ][Text: mit 10 Prozent.]
      • „Wirtschafts- und Sozialkunde“mit 10 Prozent.
(2) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen – auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 16 – wie folgt bewertet worden sind:
  • 1.
    • im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mit mindestens „ausreichend“,
  • 2.
    • im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens „ausreichend“,
  • 3.
    • in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens „ausreichend“ und
  • 4.
    • in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend“.

Mündliche Ergänzungsprüfung

(1) Der Prüfling kann in einem Prüfungsbereich eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragen.
(2) Dem Antrag ist stattzugeben,
  • 1.
    • wenn er für einen der folgenden Prüfungsbereiche gestellt worden ist:
      • a)
        • „Angewandte Technologie“,
      • b)
        • „Warenwirtschaft“ oder
      • c)
        • „Wirtschafts- und Sozialkunde“,
  • 2.
    • wenn der Prüfungsbereich nach Nummer 1 Buchstabe a, Buchstabe b oder Buchstabe c schlechter als mit „ausreichend“ bewertet worden ist und
  • 3.
    • wenn die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann.
(3) Die mündliche Ergänzungsprüfung soll 15 Minuten dauern.
(4) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. August 2025 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Floristen/zur Floristin vom 28. Februar 1997 (BGBl. I S. 396), die zuletzt durch Artikel 2 Absatz 7 des Gesetzes vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2234) geändert worden ist, außer Kraft.